Wellen auf der Serviette und ein Gesicht an der Türe

Kerstin Stroh ist die im Team mit Händchen und Köpfchen: Mit ihren Illustrationen bringt sie die Bilder aus ihrem Kopf. Direkt auf das Papier. Oder den Bildschirm. Was ihre Berufung mit Mathestunden zu tun hat und wie die blaue Serviette zum rauschenden Ozean wurde, erklärt sie gleich selber.

Kerstin über Beruf und Berufung:

«Auf meinem Diplom steht ‚Mediengestalterin für Digital- und Printmedien, Fachrichtung Mediendesign, Schwerpunkt Print’. Das klingt komplizierter als es ist. Sicher ist aber, dass ich während meiner Ausbildung und auch später während meiner Agenturtätigkeiten vorwiegend am Computer gestaltet und nicht von Hand illustriert habe. Erst beim Basteln mit meiner kleinen Tochter war Freihandzeichnen wieder ein Thema. Früher, während meiner Schulzeit habe ich dauernd gezeichnet, vor allem während den Mathestunden. Und dann zeichnete ich wieder: Einhörner und Feen und Prinzessinen für meine Tochter. Ich merkte, es ist immer noch etwas Wunderschönes, bei dem ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann.»

Kerstin über Technik ohne Grenzen:

«Nach dieser Erkenntnis überlegte ich einen Illustrations-Workshop zu machen. Diesen fand ich an der Schule für Kunst und Design in Zürich. Mein Chef hat mich dabei sehr unterstützt – auch wenn wir beide irgendwie nicht wussten, wann und ob ich das Gelernte je im Agenturalltag mit vorwiegend B2B-Kunden anwenden kann. Während des Kurses haben wir mit Wasserfarben, Rohrfedern aus Bambus oder einfachen Farbstiften gearbeitet. Es war fantastisch, die jeweiligen Arbeiten der Teilnehmer zu begutachten: Obwohl jeder die gleiche Aufgabe hatte, waren am Ende völlig verschiedene Resultate zu sehen. In diesem und weiteren Workshops habe ich vor allem neue Ansätze gelernt und weiss jetzt, dass es unendlich viele Umsetzungsmöglichkeiten gibt – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.»

Ob witzige Werbung oder technisches Infotainment: Mit Kerstins Illustrationen versteht jeder die Botschaft.

So entsteht ein Kochbuch!

Kerstin über Inspiration von überall:

«Die Inspiration für meine Illustrationen kommen eigentlich von überall. Das kann die blaue Serviette vor mir auf dem Tisch sein, die sich während dem Mittagessen plötzlich in ein Wellenmeer verwandelt und mir die Idee zu meinem ersten Smoviefilm liefert. Die Türfalle ist eine Nase und das Schlüsselloch der Mund. Sehr inspirierend ist für mich Lesen: Wenn ich ein gutes Buch lese muss ich nachher oft zeichnen. Die Geschichte gibt mir neue Gedankenanstösse, es entstehen Bilder in meinem Kopf, die ich nur da rausbekomme, wenn ich sie zu Papier bringe.»

15 Minuten Zeit und eine blaue Serviette auf dem Tisch. Das die Ausgangslage für den ersten illustrierten Handyfilm von Kerstin.

Kerstin über das Schönste, was sie sich vorstellen kann:

«Das Beste wäre ein freies Buchprojekt. Von Null an alles selber entwickeln, illustrieren, erfinden. Am liebsten ein Kinderbuch. Mein Ziel ist es, dass aus den vielen Ideen in meinem Kopf ein richtiges, fertiges, schönes Kinderbuch wird – auch wenn ich bis dahin vielleicht schon Oma sein werde.»