«Wie überprüfe ich das Verfallsdatum meiner Website?»

Ihre Website ist die Visitenkarte oder gar das Verkaufslokal des Unternehmens. Sie ist im besten Fall nicht nur benutzerfreundlich, authentisch und unverwechselbar, sie ist auch immer auf dem neuesten technischen Stand und entspricht dem Zeitgeist. Doch die digitale Timeline legt ein flottes Tempo hin und die Haltbarkeit von Websites ist schnell überschritten.

Nach welchen Kriterien werden «moderne» Websites bewertet?
Folgende Aspekte machen eine Website aus: Benutzerführung, Überraschungseffekt, Informationsgehalt und natürlich Responsive Design. Besonders wichtig ist eine intuitive Benutzerführung. Diese ergibt sich durch eine gute Mischung von kurzen Texten mit vielen Bildern und Filmen. Die Besucher Ihrer Website wollen unterhalten werden, deshalb ist es unerlässlich, die Inhalte regelmässig zu erneuern und zu ergänzen. Sorgen Sie für Überraschungen: Informative Kurzfilme und interessante Geschichten laden zum Verweilen ein. Wer sich entscheidet, die Benutzer geführt durch die Seite zu leiten, sollte auch Rücksicht auf jene Surfer nehmen, die nicht geführt werden wollen und für diese eine klare Navigationsstruktur einbauen. Responsive Design ist nicht mehr neu, fehlt aber leider immer noch bei vielen Internetseiten. Dabei werden Websites die ein Responsive Design haben von Google beim Ranking bevorzugt.

Welche Funktionen, Designs, Handlings gelten als veraltet?
Killerargumente sind beispielsweise wenig Inhalt auf der Startseite oder eine unübersichtliche Navigation, die nebenbei auch noch jeden erdenklichen Unternavigationspunkt auflistet. Langweilig und unleserlich sind Textelemente ohne Schriftgrössenunterschiede. Eine gute Lesbarkeit mit deutlichen Abstufungen zwischen Headline und Copy und einer ansprechenden Typo ist heute ein Muss. Vermeiden Sie Unterseiten, die beim Teaser viel versprechen und dann nur unzureichende Informationen enthalten und den Benutzer auf «zurück» klicken lassen. Verteilen Sie mehrere Inhalte auf wenige Seiten und lassen Sie die Besucher scrollen. Grosse und spannend inszenierte Bilder wirken ansprechender als kleine Fotos. Dabei sollten die Fotos authentisch sein und Ihr Unternehmen wiederspiegeln. Von Stockbildern wird abgeraten. Ganz früher war alles animiert, dann kamen die Zeiten, wo Animationen verpönt waren. Wer jetzt immer noch auf strikte Statik setzt, ist aber bereits wieder von gestern: Moderne Websites verfügen über schlichte Animationen bei Texten, Buttons oder Hinweisen und helfen dem Benutzer, sich einfacher und schneller auf der Website zurecht zu finden.

Muss ich meine Website in grösseren Abständen komplett überarbeiten oder gibt es andere Wege, sie up-to-date zu halten?
Der Trend geht weg von kompletten Website-Relaunches hin Richtung Weiterentwicklung des Designs. Dies realisiert man am besten mit Atomic Design. Dabei werden auf der untersten Design-Ebene Atome definiert, die als Basiselemente auf der Website dienen. Das sind beispielsweise Buttons, Eingabefelder, Farbpaletten oder Animationen. Diese Atome können dann immer wieder den neusten Trends angepasst werden. Wenn Sie also beispielsweise mit rechteckigen, blauen Buttons angefangen haben und plötzlich eher runde Schaltflächen gefragt sind, können diese Elemente einfach angepasst werden. Dadurch wirkt die Website immer frisch und modern.
Ebenso wichtig wie die Design-Anpassungen ist es, den Content aktuell zu halten. Passen Sie Ihre Inhalte regelmässig an, ändern, ergänzen oder entfernen Sie diese von Ihrer Seite, sobald sie nicht mehr ganz aktuell sind. Zudem verhält es sich mit einer Website ein bisschen wie mit einem Auto: Regelmässiger Service ist unverzichtbar. Warten Sie Ihre Seite und lassen Sie die nötigen Updates des CMS und der eingesetzten Plug-Ins durchführen.

Lohnt es sich, die Website durch eine Digitalagentur neu konzipieren zu lassen oder kann ich meine Website selber mit WordPress, Joomla oder anderen einfachen CMS bauen?
Mit den heutigen Tools kann jeder selbst recht einfach eine Website erstellen. Es ist immer eine Frage der Ansprüche: Hat man kaum Anforderungen an seine Website, so spricht nichts gegen einen Eigenbau. Möchten Sie aber eine gewisse Komplexität und Usability, müssen Sie sich im Vorfeld sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und investieren eine Menge wertvolle Zeit, die bei Ihrem eigentlichen Kerngeschäft wegfällt. Bei Websites Marke Eigenbau oder basierend auf bestehenden Templates wird zudem das Design vernachlässigt, es fehlt der Seite an Authentizität und dem so wichtigen Wiedererkennungswert für Ihr Unternehmen. Ebenso verhält es sich mit den Bildern: Auch hier sollten Sie mit eignen, schönen Fotos anstelle von Stockbildern aufwarten. Hinsichtlich des Contents gilt es, die Inhalte SEO-konform zu erfassen, um bei Google ein besseres Rating zu erhalten. Verfasst man die Inhalte selber, fehlt es zudem meistens an der so wichtigen externen Sicht auf Ihr Unternehmen und man läuft Gefahr, wichtigen Aspekte für die Besucher zu vergessen.
Last but not least: Wenn Sie Ihre Website professionell konzipieren und programmieren lassen, gehen Sie auch auf Nummer sicher in allen Service-Fragen. Sie können sich getrost Ihrem Kernbusiness widmen und sich sicher sein, dass Ihre Seite regelmässig gewartet wird und technisch auf dem neuesten Stand ist.

Was heisst das jetzt für meinen Webauftritt und wie sieht die Entwicklung in Zukunft aus?
Vorweg: Ist Ihre Seite älter als fünf Jahre, hat sie mit Sicherheit den Zenit überschritten. Schon alleine das fehlende Responsive Design stellt sie ins Abseits. Bezüglich der weiteren Entwicklung hat sich gezeigt, dass sich gewisse Standards immer für einige Zeit festsetzen. Diese bleiben aber nicht für ewig, sie verändern sich alle paar Jahre wieder. Es gibt deshalb auch keine generelle Haltbarkeit für eine Website. Wie bereits erwähnt, kommt man aber weg davon, die Website komplett neu zu erstellen, sondern arbeitet mit laufenden Optimierungen. Die Seite sollte im Schnitt jährlich mit solchen Anpassungen in Teilschritten in Schuss gehalten werden. Für Grossunternehmen mit sehr umfangreichen Websites empfiehlt es sich zudem, für einzelne Produkte oder Dienstleistungen Microsites zu erstellen. Sie erleichtern die Benutzerführung und können leicht aktuell gehalten werden.